Interview mit David: über Genderrollen und warum Grenzen dazu da sind, sie zu überschreiten

Wir hatten die große Ehre, David Lovrić (Instagram: (@david_lovric) zu interviewen und mit ihm über Gender in Bezug auf Make-Up zu sprechen. Wir waren uns einig: Make-Up is genderless! David hat uns erzählt, wie er zu dem Thema gekommen ist, wie er mit Kritik und Vorurteilen umgeht und wie irrelevant Geschlechterrollen eigentlich sind!

  • Stell dich gerne erstmal vor: wer bist du, was machst du, wo kommst du her?

Hey Babes, Ich bin David Lovrić, 22 Jahre jung, halb-Kroate, bin aktuell noch hauptberuflich Flugbegleiter und beschäftige mich seit ungefähr einem Jahr nebenbei noch mit Make-up und Social Media. Ich komme aus der schulischen Richtung der Mediengestaltung, habe nebenbei schon öfter in TV Produktionen bei ARD, Sat1 und co mitgewirkt und lebe in der schönsten Stadt am Rhein, also natürlich Köln!

  • Du scheinst absoluter Make-Up Profi zu sein. Wie bist du dazu gekommen?

Vielen Dank, das bin ich aber definitiv noch nicht… Ich bin schon länger an der Beauty Welt interessiert und habe immer ein wenig an der Oberfläche gekratzt, aber mich aufgrund von Vorurteilen und Unsicherheiten nicht getraut, es einfach mal selber zu machen. Anfang 2018 wurde ich dann einfach mal zum Spaß von einer damaligen Freundin geschminkt. Komplett, mit Wimpern usw. Also ein Full-Face, wie man es in der Beauty Welt nennt, es war definitiv eine Katastrophe und sah auch wirklich nicht professionell aus, aber ich habe mich trotzdem sehr gut und powerful gefühlt. Ohne vorherige fundierte Ausbildung, oder mich jemals vorher geschminkt zu haben, lieh ich mir ein paar Make-Up Produkte und schminkte einen sehr ausgefallenen Look. Hierbei merkte ich, dass ich meine kreative Ader wiedererwecken kann und muss, denn als Flugbegleiter drohte diese langsam aber sicher auszusterben…

Foto Credits: David Lovrić
  • Wie hast du den Umgang mit Make-Up so gut gelernt?

Tatsächlich durch YouTube Videos und Tutorials, aber hauptsächlich durch Übung. Typisches Try and Error, aber trotzdem weitermachen, bis ich zufrieden bin. Durch das Posten auf Social Media, lernt man dann wiederum auch andere Make-Up Artists kennen, welche einem auch Vieles beibringen können, dieses Wissen sammel ich immer noch und versuche jeden Tag besser zu sein als gestern!

  • Wie bist du dazu gekommen, auf Instagram aktiv zu werden?

Schon vor 3 Jahren begann ich regelmäßiger zu posten, das Thema Flugbegleiter und alles was dazu gehört interessiert ja sehr viele Menschen. Dadurch hatte ich knappe 3.000 Follower, bevor ich mich dann entschied meinen Account komplett umzugestalten, hierdurch verlor ich ca 1500 Follower… Ich habe in dem Fall erst einmal etwas riskieren müssen um erfolgreicher zu werden und Anerkennung zu bekommen. Vor kurzem habe ich auch noch einen Youtube Channel eröffnet und versuche dort wöchentlich sonntags um 15 Uhr Videos hochzuladen, außerdem bin ich noch bei TikTok zu finden, mit weniger perfektionistischem Content. Schaut doch gerne mal vorbei 😉

  • Wirst du auch manchmal mit Kritik oder „Hass“ konfrontiert? Im echten Leben sowie Online? Wenn ja, wie gehst du damit um?

Leider ja. Um ehrlich zu sein, fällt es mir auch immer noch schwer in Make-up rauszugehen. Ich habe großen Respekt davor, beschimpft oder gar angegriffen zu werden, meistens mit der begleitenden Aussage „Du bist ein Mann, du darfst das nicht“. Ich gehe daher solchen Situationen aus dem Weg oder gebe eine schnippische kurze Antwort und gehe weiter. In Städten wie Köln und Berlin ist das Ganze glücklicherweise weitestgehend kein Thema mehr, hier ist es schon Normalität mit 10 Farben um die Augen bspw. einkaufen zu gehen. Wie es eigentlich überall sein sollte! Online ist es mir mittlerweile komplett egal, dumme Kommentare oder Hater werden gemeldet und geblockt oder einfach gelöscht. Hier muss es jedoch trotzdem endlich aufhören und strenger kontrolliert werden, denn viele Menschen sind ja auch aktiv auf Instagram, die sehr viel jünger sind und von sowas dann sehr verletzt werden können!

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  • Du bist auch Host der Glowcon. Kannst du darüber etwas erzählen?

Ich war auf der letzten Glowcon in Berlin das erste Mal ein Social Reporter und dadurch auch s.g. Host, also quasi vergleichbar mit einem Moderator – denn ich habe in kurzen Videos auf Instagram die Follower der @glowcon herumgeführt und gezeigt was es alles so zu machen und entdecken gibt. Es war eine super tolle Erfahrung und wieder ein wundervolles Wochenende, denn die Glow ist immer wie ein Familientreffen da man endlich mal viele Leute und Freunde, die man ja teilweise nur durch Social Media kennt, endlich mal und/oder endlich wieder persönlich treffen kann. Außerdem gibt es auch viele tolle Beauty Produkte abzustauben, die Glowcon Goodie-Bag wiegt schon gefühlt 20 kg. Ich hoffe beim nächsten mal wieder dabei sein zu dürfen und wer weiß, evtl. moderiere ich ja dann die Main Stage… let`s see what happens. 😉

  • Make-Up wird teilweise eher einer weiblichen Zielgruppe zugesprochen. Wie stehst du zu Genderrollen und Stereotypen?

„Gender is just a social construct and make-up has no limits.“ Ich möchte hiermit (Social-Media und co) etwas bewegen und zeigen, dass durchaus maskuline Männer sich auch mit Make-Up usw. beschäftigen dürfen und das keineswegs weiter Menschen in Schubladen gesteckt werden dürfen. Auch wenn dies noch ein langer Weg ist, ich bin bereit etwas zu verändern! Das ist in meinen Augen, ganz plump gesagt alles Dekoration und/oder Kunst und einfach eine Art, sich selber zu präsentieren oder zu verschönern, ganz egal welcher Geschlechterbezeichnung du dich zuordnest. Daher macht es keinen Sinn Make-Up im allgemeinen weiterhin einer weiblichen Zielgruppe zuzuordnen.

  • Hast du eine Message, die du gerne vermitteln möchtest oder gibt es noch etwas, das du unseren LeserInnen gerne sagen würdest?

Ach es gibt so vieles, ich könnte stundenlang weiterreden aber ich halte mich mal kurz: Make-up ist grenzenlos, also warum Grenzen setzen?
So schnell werdet Ihr mich nicht wieder los… and don´t forget to Spread Love!

Foto Credits: David Lovrić

Vielen Dank an David für das spannende Interview!

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